Die Geschichte vom Zwergenschloss

Die Geschichte vom Zwergenschloß

Es war einmal mitten im Sommer, und die Sonne brannte wie Feuer vom Himmel herab, da schufteten drei Riesen Gerald, Magge und Rainer, der Schweiß tropfte ihnen von der Stirn. Sie renovierten ein Schloß für die Zwerge, die zu dieser Zeit auf Entdeckungsreise in die weite Welt gezogen waren. Es mussten Wände eingerissen und neue gebaut werden, da die Zwerge die Jahre zuvor mit ihren wilden Gelagen das Zwergenschloß belebt hatten. Die Renovierung und der Umbau der Räumlichkeiten war wichtig, um das Schloß für weitere hundert Jahre in Stand zu setzen. So sägten, schraubten und hobelten die Riesen Tag ein, Tag aus.

Nach der Fertigstellung der Hauptbaumaßnahmen hörten die großen, fleißigen Handwerker schon den Ruf der nächsten Baustelle. Da ihre Zunfttradition von ihnen verlangte, weiter zu ziehen, kam es, dass sie für den Anstrich und letzten Glanz des herrschaftlichen Hauses ihre Verbündeten, Hannah, Toni und Marcel, um Hilfe fragten. So rührten sie die notwendige Farbe an und versuchten, alles daran zu setzen, dem Schloß die Ehre zu erweisen: es sollte so bunt wie die Farben des Waldes sein, so verwinkelt wie ein Labyrinth und so abenteuerlich wie eine Schiffsreise übers große Meer. Sie sammelten ihre Ideen und Waren bei den Händlern aus der ganzen Welt.

Nach einiger Zeit, der Winter war schon ins Land eingezogen und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel, erstrahlte das Schloß in seiner ganzen neuen, schönen, bunten Pracht.
Die Zwerge, die Herren des Hauses, hatten die Lichtlein ihrer Laternen angezündet und sich auf den weiten Weg nach Hause gemacht. Sie erblickten ihr Schloß und waren von seiner neuen Schönheit so ergriffen, dass sie kurz inne hielten auf ihrem Weg. Sie betrachteten die neuen Wandmalereien, die neuerbauten kräftigen Wände und die Farben, in denen es erstrahlte. So fingen sie zu laufen, ja zu rennen an und nahmen ihr Zwergenschloss wieder mit Gebrüll und Geschrei in Besitz. Von da an war das herrschaftliche Hause für immer wieder belebt und mit Freude erfüllt.